LRS- Was ist denn das?
LRS ist eine der häufigsten Lernstörungen und das Kürzel für die Lese- und Rechtschreibschwäche. Die LRS lässt sich in drei Kategorien unterteilen:
- kognitive LRS
- erworbene LRS
- Legasthenie
Lautet die Diagnose kognitive LRS, so ist damit in der Regel eine Minderbegabung gemeint, die ihren Ursprung in mangelnder Intelligenz hat. Folglich sind hier nicht nur das Lesen und die Rechtschreibung betroffen, sondern es tauchen auch Probleme in allen anderen Fächern auf. Das Leistungsniveau an den Regelschulen ist für diese Kinder einfach zu hoch. Die Probleme treten schnell nach der Einschulung auf, wobei man bei genauer Beobachtung auch schon im Vorschulalter deutliche Unterschiede zu Gleichaltrigen feststellen kann.
Diese Kinder erleben täglich, dass ihnen alles schwerer fällt, dass die anderen immer alles schneller und besser können. Das Lernen ist mit ganz viel Zeit und Mühe verbunden, aber der verdiente Erfolg will sich nicht einstellen. Und gerade das Ausbleiben der so wichtigen Erfolgserlebnisse und das ständige Gefühl des Versagens birgt ernsthafte Gefahren, sowohl für die geistige wie auch für die körperliche Gesundheit des Kindes.
Die Lernziele müssen den Fähigkeiten dieser Kinder angepasst sein. Sie benötigen andere Lehr- und Lernmethoden und brauchen viel mehr Zeit zum Lernen und Vertiefen. Hier kann ein Wechsel in eine sonderpädagogische Einrichtung eine große Entlastung sein. Oft ist dieser Schritt sogar dringend notwendig, damit die betroffenen Schüler ihrer kognitiven Begabung entsprechend beschult und gefördert werden können. Erfahren diese Schüler, dass ihr Einsatz in der Schule durch Erfolgserlebnisse belohnt wird, wachsen Motivation und Lernfreude. Lernen macht wieder Spass und es eröffnen sich interessante Perspektiven für die Zukunft.
Eine recht häufig anzutreffende Form der Lese- und Rechtschreibschwäche ist die erworbene LRS, die glücklicherweise in den meisten Fällen vorübergehender Natur ist.
Nichts desto trotz stellt auch diese Form der LRS eine große Belastung für den Betroffenen und seine Familie dar.
Das Lesen will trotz vermehrten Übens einfach nicht gelingen. Das Erkennen einzelner Buchstaben und Wörter fällt schwer, es entsteht kein Lesefluss, das Leseverständnis entwickelt sich nicht gut. Diese Kinder müssen sich so auf das Entziffern von Buchstaben und Wörtern konzentrieren, dass sie hinterher ncht mehr wissen, was sie gelesen haben. Es fällt ihnen schwer Gelesenes mit eigenen Worten wiederzugeben. Häufig lesen sie ungenau, überlesen die Endungen oder lesen ein komplett anderes Wort, weil sie nicht gründlich hingeschaut haben. Das kann übrigens auch ein Grund sein, wenn es beim Lösen von Sachaufgaben zu Problemen kommt. Wenn die Schüler dabei nicht genau lesen, werden falsche Rechenwege eingeschlagen, oder es werden gar keine Lösungsansätze gefunden. Auch die Rechtschreibung wird von einer erworbenen LRS massiv beeinträchtigt. Auffällg ist hier, dass die Schüler im Vergleich zum Klassendurchschnitt deutlich mehr Rechtschreibfehler produzieren. Nicht selten liegen die Fehlerquoten im zweistelligen Bereich. Hier findet man dann auch immer wieder die klassischen Flüchtigkeitsfehler. Der letzte Buchstabe wird ausgelassen, einzelne Silben und Wörter fehlen ganz oder I- Punkte und Umlautstriche werden einfach vergessen. Die Rechtschreibfehler basieren in der Regel auf mangelhafte Kenntnisse verschiedener Rechtschreibstrategien, die im Normalfall im Laufe der Grundschulzeit erarbeitet werden und den Schüler zu einer relativ sicheren Rechtschreibung verhelfen. Den Begriff relativ sicher habe ich hier übrigens ganz bewusst gewählt, denn wir sollten uns alle vor Augen führen, dass nur ein sehr kleiner Teil unserer Bevölkerung über eine 100%-ige Rechtschreibsicherheit verfügt. Erwähnenswert ist hier vielleicht auch noch, dass diese Schüler, wenn sie aus ihrer Unkenntnis heraus ein Wort fehlerhaft schreiben, diese Falschschreibung während des gesamten Textes beibehalten.
Natürlich liegt hier die Frage nahe, wie es möglich ist, dass ein Schüler, der doch eigentlich zu Beginn seiner Schulzeit einen guten Start hinbekommen hat, plötzlich in der Schule versagt.
Schnell werden dann Vermutungen laut wie: Der muss einfach mehr tun! Der ist wohl zu faul! Der passt wohl im Unterricht überhaupt nicht mehr auf!
Aus der Schule ist dann das Feedback zu hören, dass der Schüler unkonzentriert wirkt, sein Verhalten sich negativ verändert hat und im Unterricht nicht mehr richtig mitarbeitet.
Prompt wird der Leistungsdruck von zu Hause aus erhöht. Diverse Freizeitvergnügungen werden gestrichen, statt dessen wird vermehrt geübt, parallel dazu muss ein spezieller Förderunterricht in der Schule besucht werden.
"Na klar!", werden Sie jetzt vielleicht denken, "Übung macht den Meister!" Aber warum tritt dann trotzdem keine dauerhafte Leistungssteigerung ein? Auch erworbene LRS hat Ursachen und diese müssen gefunden und geklärt werden.Und schon taucht die nächste Frage auf: Wodurch wird denn eine erworbene LRS ausgelöst?
Hier kommen eine ganze Reihe von Möglichkeiten in Betracht, die in ungünstigen Fällen auch kombiniert auftreten können. Meistens liegen jedoch psychische Ursachen vor, die den Schüler so stark belasten, dass ein erfolgreiches Lernen vereitelt wird. Hierzu zählen unter anderem Scheidung, Todesfall, häufige Umzüge, Geschwisterrivalität, gestörte Familienverhältnisse (dysfunktionale Familie), materielle Probleme, Reizüberflutung, anregungsarmes Umfeld, u.v.m. Solche Probleme können Kinder so stark belasten, dass sich daraus tatsächlich Lernstörungen entwickeln können.
Auch körperliche Ursachen können hier zu Grunde liegen, wie z.B. nicht oder spät erkannte Seh- und Hörstörungen, körperliche Behinderungen, Reifeverzögerung, Sprachentwicklungsstörung, Aufmersamkeits - Defizit - Syndrom (ADS ), chronische Erkrankungen, Minimale Celebrale Dysfunktion (MCD), u.v.m.
Aber auch die Schule kann Auslöserfunktion haben, nämlich dann, wenn das Schüler - Lehrer - Verhältnis durch Antipathie geprägt ist, ungerechte Leistungsbeurteilungen stattfinden, ständige Misserfolge und Demütigungen zum Schulalltag gehören, Probleme mit Mitschülern bestehen oder das methodische Vorgehen im Unterricht dem betreffenden Schüler nicht gerecht wird.
Wenn Sie sich den Ursachenkatalog ansehen, und hier sind bei Weitem nicht alle Möglichkeiten aufgezeigt, wird deutlich, dass der Schüler so einer enormen Belastung ausgesetzt ist, die er keinesfalls allein meistern kann. Er reagiert mit Verhaltensveränderugen, die bis zur Verhaltensauffälligkeit gehen können, körperliche Symptome können sich zeigen wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, sogar ein Abrutschen in das kriminelle Millieu oder die Einnahme diverser Drogen können die Folgen sein, wenn der Schüler keine Hilfe erfährt. So gesellen sich dann noch neue Probleme zu den bereits bestehenden dazu.
Ich hoffe es wird deutlich, dass im ersten Schritt die auslösenden Ursachen geklärt und abgestellt werden müssen, damit der Schüler wieder einen freien Kopf bekommt. Dann müssen die daraus resultierenden Folgen in Angriff genommen wrden. Oft lassen sich diese Probleme gar nicht mehr allein in den Griff bekommen, so dass betroffenen Familien dringend geraten sei, entsprechende Stellen aufzusuchen um sich kompetente Hilfen zu holen.( Psychologen, Ärzte, Erziehungsberatungsstellen u.ä.)
Parallel dazu muss natürlich auch die Schule über die bestehenden Probleme informiert werden, denn die Lehrer und Lehrerinnen können nur dann angemessen reagieren, wenn sie entsprechende Informationen bekommen.
Wenn diese Ursachen beseitigt sind, kann mit einem entsprechenden Förderprogramm begonnen werden. Da es sich hierbei um eine ernst zu nehmende Lernstörung handelt, sollte man nicht unbedingt auf die klassische Nachhifle durch Schüler zurückgreifen. Um den Erfolg zu sichern, sollte an dieser Stelle eine entsprechende LRS - Therapie durch speziell geschulte Fachleute erfolgen.
In meinem Lernstudio beginnt die LRS - Therapie immer mit einem ausführlichen Gespräch mit den Eltern und dem Schüler. Durch den anerkannten pädagogischen AFS - Test und entsprechenden Lese - und Rechtschreibtests lassen sich Lernstörungen wie eine LRS schnell aufspüren. Anhand der Testergebnisse wird ein vorläufiger Trainingsplan erstellt, der jederzeit an die aktuellen Bedürfnisse des Schülers angepasst werden kann. Neben einer Lerntypberatung werden entsprechende Lernstrategien und Lerntechniken besprochen und ausprobiert. Eine Vielzahl an Konzentrationsübungen, Gespräche über die persönliche Einstellung zum Lernen, Förderung einer positiven Grundhaltung, Abbau von entstandenen Lernblockaden durch kinesiologische Balancen und die punktgenaue Arbeit an den Defiziten bilden die Basis einer LRS - Therapiestunde. Da ich ausschließlich in Einzelsitzungen arbeite, kann ich sehr gut auf die individuellen Bedürfnisse eingehen. Dem Schüler steht ein großes Angebot an aktuellen Arbeis- und Trainingsmaterialien zur Verfügung, immer mit dem Ziel, durch viele kleine Erfolgserlebnisse die Freude und die Motivation neu zu wecken und den Schüler wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
Dass dieses Unterfangen nicht in wenigen Wochen zu erreichen ist, versteht sich von selbst und ist nicht zuletzt auch von dem Ausmaß der vorliegenden Defizite und dem eigenen Willen zur positiven Veränderung abhängig.
Lieber Leser, Sie kennen jemanden, der auch Probleme beim Erlernen der Kulturtechniken hat oder dem schon eine LRS bescheinigt wurde? Trotz Nachhilfe und stundenlangem Büffeln bleibt der Erfolg aus? Dann könnte es sich hier unter Umständen um eine nicht erkannte Legasthenie handeln.
Zu diesem spannenden Thema finden Sie viele interessante Informationen, wenn Sie auf der Infoleiste Legasthenie anklicken.